30 Jahre SEKIZ

Anlässlich des 30. Geburtstages hat Moderatorin Carmen Franke das SEKIZ mitten in Potsdam besucht und hinter die Kulissen geschaut. Sie stellt die Organisation vor und spricht mit den wichtigsten Akteuren. Jetzt ansehen.

Die Geschichte des SEKIZ

Beitragsbild Geschichte 30 Jahre SEKIZ
© SEKIZ e.V. Potsdam

Das war ein wahrer Akt der Selbsthilfe: Noch kurz vor Ende des Wende- und Vereinigungsjahres 1990 gründeten  engagierte Bürgerinnen und Bürger den ersten Selbsthilfe-Verein in Potsdam. In der grade untergegangenen DDR waren derartige Eigeninitiativen noch verboten gewesen. Am 28. Februar 1991 schließlich ließen sie ihren Verein unter dem anspruchsvollen Titel „Selbsthilfe-, Kontakt- und Informationszentrum e.V.“ beim Kreisgericht Potsdam Stadt registrieren. Nun konnte es losgehen!

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Drewitz in den 90ern | © SEKIZ e.V. Potsdam

Zunächst waren die Aktivitäten rein ehrenamtlich, aber als das Arbeitsamt zum 1. Juni 1991 gleich vier ABM-Stellen bewilligte, konnte richtig losgelegt werden. Der erste offizielle Sitz des Vereins war übrigens das Frauenzentrum am Luisenplatz. Raum war äußerst knapp, Freude und Engagement der ersten Mitarbeiter dafür um so größer. 1992 aber ging es dann nach  Drewitz, in einen erst nach der Wende fertiggestellten Plattenbau an der Konrad-Wolf-Allee. Endlich: Mehr Platz für mehr Angebote! Und so wurde neben der  Potsdamer Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfe – kurz PIKS – das Begegnungszentrum (BEGZ) aufgebaut. Es entwickelte sich schnell zu einem beliebten nachbarschaftlichen Treffpunkt im gerade entstehenden jungen Neubauviertel, mit vielen Bildungs- und Freizeitangeboten vor allem auch für Kinder und Jugendliche. Neben der gesundheitlichen war somit bereits die zweite Säule der Selbsthilfe, die soziale,  entstanden.

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© SEKIZ e.V. Potsdam

Nach nur zwei Jahren gingen Selbsthilfe und Begegnungszentrum für kurze Zeit getrennte Wege. Das BEGZ blieb als wichtiger nachbarschaftlicher Treffpunkt im damals in diesem Bereich noch unterversorgten Wohngebiet Drewitz, die PIKS aber zog wegen der großen Nachfrage vom Stadtrand in die Stadtmitte. Von 1994 an erhielt sie in der ehemaligen Poliklinik in der Hebbelstraße eine neue Adresse.

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Bald schon aber sollten sich die Wege von Selbsthilfe und Begegnungszentrum wieder vereinen. Schließlich hatte auch die PIKS noch nicht ihre endgültige Heimat gefunden. Es ist dem energischen Einsatz der damaligen Geschäftsführerin und „Chefin der Compagnie“ Angelika Tornow zu verdanken,  dass der Verein zur Jahrtausendwende endlich sein Traumquartier beziehen konnte: Den Hof in der Hermann-Elflein-Straße 11.

Innenhof Hermann-Elflein-Straße 11, 2000 | © SEKIZ e.V. Potsdam
Innenhof Hermann-Elflein-Straße 11, 2000 | © SEKIZ e.V. Potsdam

Neben der Selbsthilfe und dem Begegnungszentrum war inzwischen die Freiwilligenagentur als dritte Säule im SEKIZ-Haus dazugekommen. Sie koordiniert das ehrenamtliche Engagement der Potsdamerinnen und Potsdamer in eigenen Projekten wie dem Schülertraining oder dem Selbsthilferadio HELP FM, vermittelt aber auch an andere soziale Träger. Selbsthilfe, Bildung, Freizeit oder Ehrenamt – in der Hermann-Elflein-Straße findet mittlerweile fast jeder ein passendes Angebot. Und wer einfach mal den Alltag hinter sich lassen möchte und Entspannung sucht – auch der ist im SEKIZ genau richtig. Selbsthilfe – Begegnung – Ehrenamt: Alle Angebote sind bis heute unter einem Dach vereint – mitten in der Stadt.

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© SEKIZ e.V. Potsdam

Das SEKIZ ist gewachsen – von den Anfängen im Frauenzentrum und in Drewitz bis zum bunten Treffpunkt in der Potsdamer Innenstadt. Uns ist besonders wichtig, den Elan und die Energie aus der Wendezeit mit ihren ganz spezifischen Anliegen der Selbsthilfe, Selbstermächtigung und Selbstverwaltung nach den Erfahrungen der Diktatur immer wieder in die Gegenwart zu übertragen und in die Zukunft mitzunehmen. Deswegen sind wir stets offen für neue Ideen und versuchen, mit unseren Projekten den Bedürfnissen der Menschen zu entsprechen und den Puls der Zeit zu treffen.

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Das SEKIZ 2020 | © SEKIZ e.V. Potsdam

Wichtig ist dabei immer: Jeder kann zu uns kommen. Wir respektieren jeden Menschen so, wie er ist – ohne zu werten oder über ihn zu urteilen. Einzig für politischen oder religiösen Extremismus sowie für Hass und Hetze  finden sich auf unserem Vereinsgelände kein Platz. Davon abgesehen aber wollen wir Wege und Möglichkeiten anbieten, das eigene Ich und Potential  zu erkennen, zu entwickeln und zu entfalten.

 

Dr. Oliver Geldener

Vorstandsvorsitzender SEKIZ e.V.

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Mit freundlicher Unterstützung

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